08 Okt¬ī2020

Weihnachtsgeschäft: Wie bereitet sich der Handel 2020 auf Weihnachten vor?

Toni
Antonia - Marketing
17 min Lesezeit

Das Jahr 2020 hat uns nicht nur pers√∂nlich vor gro√üe Herausforderungen gestellt. Vor allem der station√§re Einzelhandel und die Wirtschaft haben durch die anhaltende Corona-Situation ein schweres P√§ckchen zu tragen. Besonders zum Jahresende und im Hinblick auf das, vor der T√ľr stehende, Weihnachtsgesch√§ft bef√ľrchten viele H√§ndler nochmals Umsatzeinbu√üen aufgrund steigender Online-Pr√§ferenzen der Deutschen. Der Onlinehandel kann hingegen mit lukrativen Ums√§tzen rechnen. Das ohnehin schon boomende Online-Gesch√§ft wird aufgrund von Corona in diesem Jahr einen erneuten Anschub bekommen. Ob Off- oder Onlineh√§ndler – sie m√ľssen sich beide f√ľr die umsatzst√§rkste Zeit des Jahres r√ľsten.

Weihnachtsgeschäft

Inhalt

Wie bereitet sich der Einzelhandel auf das Weihnachtsgeschäft vor?

Dass das Weihnachtsgesch√§ft kein Reinfall werden wird, beweisen erste Umfragen von Raketen Advertising zum diesj√§hrigen Umfang des Weihnachtsbudgets der Konsumenten. Demnach planen 85 % keine Einsparungen bei den Weihnachtsgeschenken im Vergleich zum Vorjahr zu machen. Knapp ein Drittel haben sogar vor, ihre Ausgaben in diesem Jahr anzuheben. Jedoch wird der E-Commerce als zentrale Anlaufstelle im Weihnachtsgesch√§ft 2020 gelten, auch oder gerade weil viele Deutsche derzeit gro√üe Menschenansammlungen meiden. Besonders betroffen vom schleppenden Einzelhandel sind kleine und mittlere Unternehmen. Nur 6 % der Geschenke werden rein offline gekauft. Herausfordernd ist allem voran der Preiskampf, welcher seitens der Onlineh√§ndler immer st√§rkeren Druck aus√ľbt.

Trotzdem hat der station√§re Handel einen ma√ügeblichen Vorteil. Er schafft ein Gef√ľhl, welches der Onlinehandel nicht hervorbringen kann: Weihnachtsstimmung. Ein entscheidendes Argument f√ľr Weihnachtshopper ist die damit verbundene weihnachtlicheAtmosph√§re beim Einkaufen. Gl√ľhweinst√§nde, die kalte Jahreszeit, der Duft nach Tannennadeln und gebrannten Mandeln sowie das Bummeln durch die Stadt mit Handschuhen und M√ľtze. Der station√§re Handel hat hier den physischen und emotionalen Vorteil gegen√ľber seinem digitalen Konkurrenten. Der Einzelhandel punktet im Weihnachtsgesch√§ft mit festlich geschm√ľckten Schaufenstern, weihnachtlicher Musik und einladender Beleuchtung im Gesch√§ft. Zudem geben Verk√§ufer vor Ort und der Einpackservice vieler Gesch√§fte einen zus√§tzlichen Pluspunkt. 

Stationärer Handel im Schatten von Corona

Wie soll der station√§re Handel die genannten Vorteile mit den bestehenden Corona-Beschr√§nkungen nutzen, wenn viele Deutsche Menschenansammlungen oder das Shoppen mit Schutzmaske meiden? Gute Vorbereitung ist in diesem Falle alles! Idealerweise beginnen die Vorbereitungen f√ľr das Weihnachtsgesch√§ft bereits gegen Ende des Sommers. Angefangen mit einer m√∂glichst genauen Absatzplanung f√ľr die Feiertage, m√ľssen Lager bef√ľllt und gegebenenfalls Mitarbeiter eingestellt werden. Die Lagerplanung stellt f√ľr viele Shops, On- wie Offline, eine Herausforderung dar. Einerseits sollen Engp√§sse vermieden werden, andererseits werden Ladenh√ľter gescheut. In Zeiten von Corona sind Trendanalysen denkbar schwierig. Facebook IQ kann eine grobe Mengenplanung unterst√ľtzen. Das Weihnachtsbundle b√ľndelt Insights des Vorjahres mit Kennzahlen und gibt R√ľckschl√ľsse darauf, welche Trends und Vorlieben sich √ľber Corona hinweg etabliert haben. Die Zahlen beziehen sich vorrangig auf den E-Commerce, sind jedoch teilweise auf den station√§ren Handel anwendbar, um Planzahlen besser einsch√§tzen zu k√∂nnen. Als Grundlage muss hier jedoch bereits ein Facebook Business Konto bestehen. Eine weitere Unterst√ľtzung bei der Analyse und Sortimentszusammenstellung bietet das Arbeitsbuch von Heike Scholz und Martina Schimmel.

Einzelhandel Weihnachten

Um auf die Angst vor dem Einzelhandel in Coronazeiten einzugehen und gesetzliche Auflagen zu erf√ľllen, haben H√§ndler bereits mit sichtbaren Schutzma√ünahmen wie Schutzw√§nden, Desinfektionsspender oder Personenbegrenzungen im Gesch√§ft reagiert – klingt jedoch alles nicht sehr weihnachtlich.

Ideenreichtum ist hier gefragt! Einkaufsk√∂rbe, welche die Personenanzahl kontrollierbar machen, k√∂nnen mit weihnachtlichen Verzierungen versehen werden und der Mundschutz des Personals im einheitlichen Winterlook f√ľr ein L√§cheln bei den Kunden sorgen. Auch die pers√∂nliche Ansprache an der Ladent√ľr motiviert Passanten, nicht nur das sch√∂ne Schaufenster zu bestaunen, sondern laden dazu ein, hineinzukommen. Die gr√∂√üte H√ľrde besteht meist darin die Kunden ins Gesch√§ft zu bringen. Es lohnt sich demnach in Ideen zu investieren. Ein selbst gebr√ľhter Tee oder ein kleines Goodie heben das Geborgenheitsgef√ľhl und die Kauflaune.

Individualität und Einzigartigkeit liegen im Trend

Allgemein gilt, dass Konsumenten zunehmend auf Individualit√§t achten und nicht von wiederkehrendem oder identischem Sortiment, Angeboten oder Shopgestaltungen gelangweilt werden wollen. Besondere, einzigartige, personalisierte oder handwerklich hergestellte Produkte werden immer mehr nachgefragt und bed√ľrfen meist einem Beratungsumfang, welchen nur der station√§re Einzelhandel gew√§hren kann. Am besten werden einzigartige Waren √ľber soziale Medien kommuniziert, um Interessenten auf das Ladengesch√§ft aufmerksam zu machen. Mindestens ein digital gepflegter Kanal geh√∂rt mittlerweile auch bei H√§ndlern in den St√§dten zum Pflichtprogramm!

Tipps f√ľr den Einzelhandel

  • Geschenkverpackungen mit Individualit√§t, z.B. Namensschildchen
  • Goodies und/oder aufgebr√ľhter Begr√ľ√üungstee
  • Pers√∂nlichkeit und Individualit√§t 
  • Atmosph√§re und Wohlf√ľhlgef√ľhl trotz Schutzma√ünahmen
  • Cross-Selling und pers√∂nliche Beratung
  • Keine agressiven Preisaktionen! Daf√ľr sind Black Friday & Co. zust√§ndig
  • Mindestens ein aktiver digitaler Kanal geh√∂rt zum Pflichtprogramm 

Digitales Weihnachten: Der Onlinekonsum steigt weiter

Das Weihnachtsgesch√§ft 2020 verspricht vor allem eines der Umsatz-reichsten Jahre f√ľr den E-Commerce zu werden. Die Corona-Pandemie hat noch einmal mehr die Verschiebung hin zum Onlinehandel beschleunigt. Dies birgt viel Potenzial, jedoch ist der Onlinemarkt auch hart umk√§mpft und die Konkurrenz √ľberbietet sich mit unschlagbaren Angeboten.

Um mit der immer st√§rker werdenden Verschiebung und dem steigenden Konkurrenzdruck mithalten zu k√∂nnen, m√ľssen neben Werbema√ünahmen vor allem Optimierungen am eigenen Onlineshop vorgenommen werden. Hierzu z√§hlen allem voran Usability Ma√ünahmen und eine professionelle Suchmaschinenoptimierung (SEO). Dabei sollte besonderer Fokus auf Smartphones gelegt werden. Einer Umfrage zufolge t√§tigen die H√§lfte (48 %) der Deutschen ihren Weihnachtseinkauf √ľber ihr Smartphone. Eine mobile Optimierung ist somit insbesondere f√ľr das digitale Weihnachten unabdingbar. 

Damit die Plattformen f√ľr den Ansturm der Weihnachtsshopper ger√ľstet und optimal auf die kaufbereite Zielgruppe optimiert sind, m√ľssen die Vorbereitung darauf im besten Fall bereits im vollen Gange sein. Tracking hilft dabei herauszufinden, was Kunden wollen. Somit kann dementsprechend die Consumer Experience verbessert werden. 

Eine herausragende Website Performance sowie Page Speed werden somit zur Pflicht, um mit der bestehen Konkurrenz mithalten zu können.

Ein ganz besonderes Augenmerk sollte auf den Checkout-Prozess gelegt werden, denn hier werden Interessenten zu K√§ufern. Dieser Prozess ist der letzte und essenzielle Schritt f√ľr Conversions und sollte daher reibungslos funktionieren, √ľbersichtlich sein und nicht zu viele unn√∂tige Daten abfragen. Detaillierte Checklisten f√ľr einen gelungenen Checkout findet man in zahlreichen Blogartikeln. 

Kostenloser Versand und satter Rabatt an Weihnachten 

Besonderen Anklang finden nach wie vor Rabattaktionen und der kostenlose Versand bei Onlinebestellungen. Werbebotschaften mit diesen Aktionen haben bei √ľber 20 % der Interessenten Wirkung. Vor allem der kostenfreie Versand ist f√ľr viele KonsumentInnen der entscheidende Schritt vom Warenkorb zur Kasse. 

F√ľr viele Deutsche z√§hlt das Weihnachtsshopping zum Event des Jahres, da dann gro√üe Promotionen stattfinden. 2019 kauften √ľber die H√§lfte der Online-Shopper ein Produkt aufgrund einer Aktion. Super-Sales, wie der Black Friday, geben bereits seit Jahren den Preis-Takt vor und werden auch in diesem Krisenjahr ein Verkaufserfolg, da diese Tage die Saison der Weihnachtseink√§ufe einl√§uten. 

Rabatt Weihnachten

25 % der Deutschen warteten 2019 sogar auf Aktionen oder einen Rabatt vor Weihnachten, ehe sie ein Produkt kaufen. Zahlreiche von der Coronakrise betroffene Familien werden preisbewusster Einkaufen und verst√§rkt auf Mega-Sale-Events wie den Black Friday oder Cyber Montag setzen, um ihre Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Auf diesen starken Preisdruck der Onlinewelt kann der station√§re Handel meist nicht oder nicht schnell genug reagieren und muss sich oft preis technisch geschlagen geben. Doch auch der Onlinehandel selbst wird von einem gro√üen Online-Riesen dominiert: Amazon. Den virtuellen Weihnachtseinkaufsbummel startet die Mehrheit (82 %) beim E-Commerce Giganten. Erst weit dahinter auf Platz 2 mit gerade einmal 43 % folgt Ebay. Kleinere bis mittlere Shops haben auch hier Schwierigkeiten mit den Big Playern Schritt zu halten. 

Neue Erfolgsfaktoren f√ľr H√§ndler

Zu neuen Erfolgsfaktoren On- sowie Offline z√§hlen Erschwinglichkeit, Ehrlichkeit und Authentizit√§t. Sonderangebote werden gern genutzt, jedoch z√§hlen f√ľr Kunden zunehmend andere Werte. Sie wollen mit ihrem Kauf eine „Gute Tat“ vollbringen. Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung sind immer gr√∂√üer werdende Trends. Attraktiv sind Marken und Unternehmen, die sich f√ľr einen guten Zweck einsetzen und Transparenz suggerieren. Eine positive Einkaufserfahrung gepaart mit einem guten Produkt und einer √ľberzeugenden Unternehmensphilosophie bringen K√§uferInnen sogar dazu, andere zum Kauf zu animieren. Mundpropaganda ist hier das Stichwort und f√ľr das Unternehmen oder den Shop Goldwert. Die authentische √úbernahme von sozialer Verantwortung und Nachhaltigkeitsbewusstsein werden zunehmend wichtige Attribute und bei Unternehmen vorausgesetzt. F√ľr eine authentische Vermarktung setzen bereits zahlreiche Marken und Onlineshops auf Influencer Marketing via Instagram. Insbesondere w√§hrend des Corona Lockdowns boomten Kooperationen mit sogenannten Mirco und Nano Influencern und etablierte das Werbegesch√§ft vollst√§ndig.

Tipps f√ľr den E-Commerce im Weihnachtsgesch√§ft

  • Onlineshop rechtzeitig auf Sales Events (Black Friday, Cyber Monday) vorbereiten 
  • Kaufprozess beschleunigen und f√ľr ein reibungsloses Shoppingerlebnis sorgen
  • Mobil First und Usability!
  • Einzigartigartig und authentisch sein
  • Rabatte und Versankostenfreiheit gew√§hren
  • Warenwirtschaft und Verandlogistik abstimmen und Ressourcen f√ľr Retouren, Anfragen und Bestellungen bereitstellen
  • Instand Rewards, z.B. 10 % Rabatt nach Newsletter Anmeldung
  • Elements of Surprise, z.B. Gratisproben oder %-Gutscheine im Paket bei Bestellung
  • Positionierung in Social Media und Influencer Marketing als g√ľnstige sowie effektive Werbema√ünahme nutzen
  • Conversion-Tracking und Click-Maps integrieren, um die Bed√ľrfnisse der Zielgruppe zu definieren

FAZIT 

Die umsatzst√§rksten Tage bleiben die Feiertage. Es wird mit einem steigenden Weihnachtsumsatz von 13 % im Vergleich zum Vorjahr gerechnet. Egal ob online oder station√§rer Handel, an Weihnachten klingen die Kassen. Optimierung ist somit nicht nur im Onlinehandel ein Muss. Die Corona-Pandemie hat einen gro√üen Einfluss das Kaufverhalten der Deutschen und dies wird w√§hrend der Weihnachtszeit anhalten. Der station√§re Handel sollte mehr denn je investieren, um im Weihnachtsgesch√§ft 2020 unter zahlreichen Mega-Sales des Onlinehandels nicht unterzugehen. Da der Onlinehandel zunehmend zur Normalit√§t wird, muss der station√§re Handel umdenken, um zu verhindern, dass Innenst√§dte aussterben. Einfallsreichtum, Individualit√§t und emotionale Bindung sind wichtige Stichworte. Bedeutend f√ľr beide Sektoren ist eine fr√ľhzeitige Auseinandersetzung mit den Preisen und dem Sortiment der Mitbewerber sowie eine gute Warenwirtschaft. Verf√ľgbarkeit hat f√ľr viele einen h√∂heren Stellenwert als der Preis. Dies zeigte der Corona-Lockdown eindr√ľcklich.  

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Quellen

unternehmenswelt.de, ibusiness.de, thinkwithgoogle.com, dw.com, t3n.de, rakutenadvertising.com, ecommerce-vision.de, t3n.de, blog.tillhub.de, facebook