Magento 2 Future Storefronts

Magento 2 ist mit Dependency Injection, Testabdeckung und APIs eine der stärksten E-Commerce-Plattformen in Sachen Backend-Entwicklung. Etwas anders sieht es allerdings im Frontend Bereich aus. Auch hier bietet Magento 2 zwar viele Vorteile, allerdings vermissen nicht nur Anfänger, sondern auch geübte Entwickler an einigen Stellen eine aktuellere und weniger komplexe Technologie als sie das System momentan bietet. Das soll sich aber demnächst ändern und die Lösung hierfür heißt Progressiv Web Apps (PWA).

Was sind Progressiv Web Apps?

Online Shop Entwickler haben bisher die doppelte Arbeit, um das mobile first Prinzip erfolgreich umzusetzen: Sie müssen nicht nur eine Website entwickeln, sondern gleichzeitig eine App Version für mobile Devices wie Smartphone und Tablet. Mit der relativ neuen Technologie der Progressiv Web Apps (PWAs) ergibt sich jetzt die Möglichkeit, die Merkmale einer responsiven Website mit denen einer nativen App zu verbinden und somit einen Shop, der für alle Endgeräte kompatibel ist, in einem Entwicklungsvorgang fertigzustellen. Eine Website kann dadurch beispielsweise wie eine App als Icon auf dem Startbildschirm eines Smartphones abgelegt werden. Darüber hinaus kann eine PWA-Website Push-Mitteilungen versenden oder Gerätesensoren verwenden um zum Beispiel Barcodes über die Kamera zu scannen. Und der vielleicht sogar größte Vorteil liegt darin, dass PWAs offline aufgerufen werden können, wodurch sich ein enormer Vorteil für den E-Commerce ergibt, der dadurch nicht mehr auf eine schnelle Internetverbindung der User angewiesen ist.

Potenzial für Magento 2 Storefronts

Während das aktuelle Layout-System von Magento 2 mit eher wenig Flexibilität und dafür viel Komplexität daher kommt – insbesondere bei Anpassungen oder beim Debuggen ist die Arbeit mit den UI Components sehr zeitaufwendig –, hat die Verwendung von PWAs einen entscheidenden Vorteil: Frontend und Backend können entkoppelt werden. Es entstehen sogenannte Headless Shops, wobei zwar das Magento Backend, jedoch nicht mehr das Frontend von Magento verwendet wird.

traditional-vs-headless

Abbildung von integer_net

Magento selbst gab vor kurzem in einer Pressemitteilung bekannt, in Zusammenarbeit mit Google die nötigen Tools für Online Stores mit „app-like experiences“ bald bereitzustellen. „PWA Studio will allow Magento Commerce solution partners and UX developers to deliver fast and simple front-end experiences on mobile devices.“


„Our merchants want to deliver experiences on mobile that drive loyalty, and make it easy to move from search to purchase. PWA Studio will provide developers and merchants with the tools they need to compete and deliver the convenience and utility of a mobile app combined with the searchability and buying experiences they get from their desktop experiences.“ – Jason Woosley, SVP of Product & Technology at Magento Commerce


PWAs sollen die komplexen Verschachtelungen des XML-Codes entwirren und Entwicklern die Möglichkeit geben, alle Kanäle mit einer Codebasis zu managen. Und noch weitere Vorteile ergeben sich mit dem neuen Vorgehen:

  • Schnelle Performance auf mobilen Geräten
  • Vergleichbarkeit zu nativen Apps, jedoch kein Download nötig
  • automatische Aktualisierung bei jedem Aufruf
  • Verfügbarkeit der Funktionen auch offline
  • Unabhängigkeit von Betriebssystemen

Fazit

Auf Entwicklerseite sind die Vorteile der PWA-Technologie mehr als deutlich: Es muss lediglich eine Anwendung programmiert werden. Diese Anwendung fungiert dann sowohl als Website als auch als App und legt damit auf allen Endgeräten eine optimale Performance hin.
Ob die Progressiv Web Apps allerdings erfolgreich mit nativen Apps konkurrieren können, wird sich erst in Zukunft zeigen. Wir halten die Voraussetzungen auf jeden Fall für vielversprechend!

Mehr Hintergrundinfos über die Performance auf verschiedenen Endgeräten und deren Bedeutung für den E-Commerce findet ihr in unserem Blogbeitrag zum mobile first Prinzip!

Quellen: integer_net, magento, netz98