Toni
Antonia

· 10 min Lesezeit

Thema: E-Commerce

E-Commerce Fulfillment

5 Tipps f√ľr Warenwirtschaft und Logistik

Der E-Commerce wurde im Corona-Jahr so stark wie nie zuvor beansprucht und stellte einige H√§ndler vor gro√üe logistische Herausforderungen. Aufgrund einer zu starken Konzentration auf ¬†Produktentwicklung sowie Marketing im E-Commerce vernachl√§ssigten in der Vergangenheit √ľber die H√§lfte der H√§ndler das Fulfillment in der Vergangenheit, obwohl Lagerhaltung, Warenwirtschaft und Logistik ma√ügeblich erfolgskritisch sind.¬†In diesem Blogartikel geben wir dir daher f√ľnf wertvolle Tipps f√ľr ein effizientes und nachhaltiges E-Commerce Fulfillment.

Warenwirtschaft im E-Commerce

Auch im E-Commerce widmet sich die Warenwirtschaft den innerbetrieblichen Waren- sowie Datenstr√∂men. Grundlegend f√ľr einen guten Warenfluss (Warenein- und -ausgang) ist ein durchdachtes Warenwirtschaftssystem sowie eine einwandfreie Planung, Kalkulation und Steuerung. Hierf√ľr ist eine l√ľckenlose Kenntnis zum Warenbestand, Lagerkapazit√§t und Buchhaltung notwendig. 

E-Commerce Fullfilment
Photo by Nana Smirnova

Die Bedeutung der Warenwirtschaft im E-Commerce hat aufgrund des Onlinebooms w√§hrend der Pandemie erheblich zugenommen, da sich nahezu der gesamte Einzelhandel auf Onlinekan√§le verlegt hat. Einige – insbesondere kleine – H√§ndler waren f√ľr einen derartigen Kundenansturm nicht gewappnet und hatten weder ihre Warenlager noch ihr Warenmanagement vorbereitet. 

Dies ist insoweit bedenklich, als das auf einer soliden Warenwirtschaft auch der Umsatz basiert. Wird ein Kunde im Onlineshop f√ľndig, kann jedoch nicht bestellen, da die entsprechende Ware nicht vorr√§tig ist, wandert er zur Konkurrenz ab. Ein noch schlimmeres Szenario w√§re es, wenn mehrere Kunden einen Artikel bestellen, bezahlen und eine Bestellbest√§tigung erhalten, obwohl nicht gen√ľgend Ware auf Lager ist. Eine Vorbereitung des Shopsystems ist demnach ebenso wichtig, um Imagesch√§den und Kundenbeschwerden zu vermeiden. 

E-Commerce Logistik nachhaltig aufbauen

W√§hrend sich die Warenwirtschaft auf innerbetriebliche Waren- sowie Datenstr√∂me fokussiert, geht es bei der Logistik um die Au√üenbeziehungen des Unternehmens bzw. des Onlineshops. Beispielsweise z√§hlen hierzu die Materialbeschaffung oder der Versand zum Endkonsumenten. 

Sollte im E-Commerce bei der Logistik auf einen externen Anbieter f√ľr die (Zwischen-) Lagerung von Waren gesetzt werden, ist hier besondere Sensibilit√§t gefragt. Ein Versandpartner sollte stets zuverl√§ssig, zeitkritisch und flexibel mit dem Onlineh√§ndler zusammenarbeiten. Kommunikation steht hier an oberster Stelle. 

Bei negativen Kundenerfahrungen – die Lieferung betreffend – fallen stets negativ auf den Shopbetreiber und kaum auf den Versanddienstleister zur√ľck. Beispielsweise z√§hlen hierzu Lieferverz√∂gerungen, besch√§digte Ware auf dem Transportweg oder gar Warenverlust. 

Eine Haftungsvereinbarung mit dem Dienstleister kann zumindest finanzielle Einbu√üen ausgleichen. Nichtsdestotrotz k√∂nnen Imageverluste hier unbezahlbar werden. Daher ist es wichtig gut √ľberlegt auf den richtigen Paketdienstleister zu setzen und sich verschiedene Angebote einzuholen, um das Versand- sowie Retourenmanagement professionell und reibungslos abwickeln zu k√∂nnen. 

Effizientes E-Commerce Fulfillment

Viele Onlineh√§ndler sind mit steigender Komplexit√§t des eigenen Onlineshops und insbesondere bei der Ausweitung auf ausl√§ndische M√§rkte √ľberfordert und scheitern aufgrund logistischer Defizite und fehlender M√∂glichkeiten. Das j√ľngste Beispiel ist der boomende E-Commerce w√§hrend der Krise. Dieser brachte zahlreiche H√§ndler an ihre Kapazit√§tsgrenzen und kleinere Shopbetreiber sogar an ihre (pers√∂nliche) Belastungsgrenze. Der Nachhol- und Handlungsbedarf ist demnach offensichtlich.

Um zuk√ľnftig besser aufgestellt zu sein, haben wir f√ľnf der wichtigsten Tipps zusammengefasst:  

1. Nicht nur auf einen Versanddienstleister setzen 

Obwohl der Paketdienstleister DHL nicht nur zu den weltweit f√ľhrenden, sondern gleichzeitig auch zu den, von Konsumenten (71 %), bevorzugten Dienstleistern geh√∂rt, ist es ratsam nicht nur auf diesen einen Versand- und Zustelldienst zu setzen. 

Gerade in der Vorweihnachtszeit sind die Paketzusteller ma√ülos √ľberlastet. Um termin- und fristgerecht liefern zu k√∂nnen, empfiehlt es sich – zumindest zur Weihnachtszeit – auf einen weiteren Lieferdienst zu setzen, auf welchen bei logistischen Engp√§ssen zur√ľckgegriffen werden kann. 

2. Schnittstellen schaffen

Die absolut notwendige Basis f√ľr ein effizientes Fulfillment ist die technische Integration der Warenwirtschaft und Logistik mit dem genutzten Absatzkanal bzw. Shopsystem.

Dies erm√∂glicht nicht nur eine schnelle Bestellabwicklung, sondern gew√§hrleistet au√üerdem den Datenaustausch in Echtzeit. Dies macht eine einfache und stetige Aktualisierung des Lagerbestands m√∂glich und verhindert eine Stock-out-Situation. Au√üerdem erhalten Kunden volle Transparenz √ľber den Status ihrer Bestellungen und k√∂nnen diesen nachverfolgen.

3. Individuelle und praktische Verpackungen

Die Wahl der Verpackung sollte vor allem unter zwei Gesichtspunkten gefällt werden:

‚ėě Pragmatismus und Zweckm√§√üigkeit

‚ėě Branding und Marketing

Eine Verpackung ist in erster Linie ein Mittel zum Zweck. Sie soll die enthaltene Ware transportieren und durch den √§u√üeren Schutzmantel vor Sch√§den bewahren. Zudem sollten Kartons und Versandtaschen logisch klug gew√§hlt werden. Das bedeutet, dass ungenutztes Verpackungsmaterial m√∂glichst wenig Lagerfl√§che in Anspruch nehmen sollte, da hier versteckte Kosten schlummern. Kartons als Versandmaterial sollten einfach zu falten sein sowie mit nur wenigen unterschiedlichen Gr√∂√üen eine Vielzahl der Waren abdecken. Zu viel „Individualit√§t“ ist erneut mit einem h√∂heren Kosten- und Lagerhaltungsaufwand verbunden. 

packaging
Photo by Magic Mind

Neben der Zweckm√§√üigkeit dient eine Verpackung auch als Marketinginstrument. Die Zustellung und das √Ėffnen einer Bestellung sind die emotionalsten Momente der Customer Journey. Hierbei lohnt es sich in personalisierte Botschaften mit Mehrwert zu investieren. Beispielsweise k√∂nnen handgeschriebene oder personalisierte Danksagungskarten, Gratis-Geschenke oder raffinierte, wiederverwendbare Verpackungen f√ľr einen positiven √úberraschungsmoment sorgen und die Kundenbindung st√§rken. 

4. Retourenprozess ber√ľcksichtigen

Retouren sind auf K√§uferseite ein ebenso gern genutztes Mittel, wie es auf Verk√§uferseite verhasst ist. Eine R√ľckgabe ist f√ľr den H√§ndler stets mit Kosten und zus√§tzlichem Arbeitseinsatz verbunden. Eine Umfrage vom Juli 2020 ergab jedoch, dass Kunden, welche einen reibungslosen Retourenprozess erfahren haben, zu √ľber 80 Prozent in den jeweiligen Shop zur√ľckkehren. Die Implementierung eines einfachen R√ľcksendeverfahrens mit wenigen Klicks wirkt sich demnach auf die Kundenzufriedenheit aus, wovon H√§ndler langfristig profitieren k√∂nnen. 

Wichtig f√ľr Onlineh√§ndler ist die Verbuchung von Retouren. Diese m√ľssen, bevor sie wieder ins Lager f√ľr den Verkauf aufgenommen werden, auf M√§ngel oder Besch√§digung gepr√ľft werden. Hierbei ist besondere Vorsicht geboten, damit der Warenbestand nicht „verf√§lscht“ wird. 

5. Grenz√ľbergreifende Logistik

Wer sein Gesch√§ft auf dem internationalen Markt behaupten will, muss sich nicht nur mit dem eigenen Absatzmarkt, sondern auch mit einem Markt in Fremdw√§hrung u.a. auseinandersetzen. Zollbestimmungen, lange Lieferzeiten sowie Regelungen zur Ein- und Ausfuhr von Waren geh√∂ren dabei auf die t√§gliche Agenda. Einer der gr√∂√üten Kostenfaktoren ist dabei der Versand. Um hierbei Zeit und Kosten einzusparen, spielt allem voran die geografische Lage des Warenlagers eine entscheidende Rolle. Dieses steht optimalerweise in Grenzn√§he zu dem zu beliefernden Land der Kunden. Damit werden kostenintensive Versandwege reduziert und es k√∂nnen g√ľnstigere nationale Lieferoptionen in Anspruch genommen werden.

Cross Border E-Commerce wird in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. H√§ndler wie beispielsweise „Wish“ und „Alibaba“ verzeichnen im Jahr 2020 bereits weltweit Rekordums√§tze.

Fazit: Hohe Abhängigkeit von virtuellen Marktplätzen

Eine Vielzahl an Onlineh√§ndlern nutzt nicht ihr volles E-Commerce-Potenzial aus und vers√§umt somit viele Umsatz- und Wachstumschancen. Insbesondere im Hinblick auf das Weihnachtsgesch√§ft, sehen sich zahlreiche H√§ndler nicht in der Lage, die aufkommenden Versandmengen zu managen.¬†Versch√§rfend dazu steht der zweite Corona-Lockdown, welcher durch die Schlie√üung des Einzelhandels, zwei Wochen vor Heiligabend, das Weihnachtsgesch√§ft noch massiver auf den Onlinehandel dr√ľckt.

Viele der Händler fokussieren ihren Vertriebsweg daher auf virtuelle Marktplätze. Diese bieten breite Infrastrukturen und große Käufergruppen. Somit ist es auch kaum verwunderlich, dass der Anteil dieser zentralen Marktplätze allein während der Pandemie um 10 Prozent stieg und somit fast 40 Prozent des gesamten Onlinehandels ausmacht.

Um sich in diesen Zeiten nicht von diesen Marktpl√§tzen abh√§ngig zu machen und sich selbst aus der Krise zu man√∂vrieren, bedarf es eines effizienten E-Commerce Fulfillment. Dieses basiert grundlegend auf einem technisch einwandfreiem Fundament, bestehend aus einer fehlerfreien Integration des Absatzkanals (Online-Shopsystem) und der Warenwirtschaft/Logistik. Hinzu kommen eine einwandfreie Planung, Kalkulation und Steuerung sowie zuverl√§ssige Versanddienstleister. H√§ndler, welche fr√ľhzeitig in diese Dinge investieren, profitieren langfristig von ihnen und sind zuk√ľnftig besser auf Extreme vorbereitet, ohne sich von virtuellen Marktpl√§tzen abh√§ngig zu machen.

Toni
Geschrieben vonAntonia

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