13 Dez¬ī2018

Digitaler Geldbeutel: Die Zukunft der Zahlungsmethoden

Steven-Team
Steven - Projektmanagement
13 min Lesezeit

In den vergangenen Jahren haben sich zahlreiche neue Zahlungsmethoden etabliert. Zum einen muss Onlineshopping immer bequemer und individueller an die Kundenbed√ľrfnisse angepasst sein. Die Zahlungsweise z√§hlt dabei zu den wohl wichtigsten Kriterien im Checkout, um einen Kauf abzuschlie√üen. Ist die gew√ľnschte Zahlungsart nicht verf√ľgbar, sind Kunden eher dazu geneigt den Warenkorb zu verlassen. Zus√§tzlichen soll die Zahlung unkompliziert und sicher sein sowie keine weiteren Kosten verursachen. Zum anderen entwickelt sich auch der Trend im station√§ren Handel immer mehr in Richtung bargeldlosen und kontaktlosen Zahlens. Wie sieht also die Zukunft des Zahlens aus?

INHALT

  1. Online Payment: Zahlen mit Fingerabdruck, Face ID & Co.
  2. Neue Bezahlmethoden von Sparkasse und Apple
  3. Online Zahlungsarten und der Datenschutz 
  4. Kryptowährung: Online mit Bitcoin bezahlen
  5. Weiterhin im Trend: Per Lastschrift bezahlen
  6. FAZIT: Neue Zahlungsmethoden m√ľssen sich vielen Anforderungen stellen

Online Payment: Zahlen mit Fingerabdruck, Face ID & Co.

Online Zahlungsmethoden gibt es bereits zahlreiche und doch kamen in den vergangenen Jahren immer weitere hinzu. Das Zahlen per Rechnung oder Lastschrift wird von Kunden mittlerweile ebenso vorausgesetzt wie die Bezahlung √ľber Paypal oder Kreditkarte. Diese Zahlungsarten geh√∂ren im E-Commerce zum guten Ton und sind „Must-Haves“ der Branche. Insbesondere Paypal hat sich in den vergangenen Jahren zum beliebtesten Bezahlsystem gemausert. Die H√§lfte der Befragten in 2019 gibt an, den Dienstleister anderen Zahlungsmethoden vorzuziehen. Laut einer Umfrage im Februar 2020 haben 85 % Paypal mindestens schon einmal verwendet. Mit gerade einmal 24 % liegt der Kauf auf Rechnung auf dem zweiten Platz, gefolgt von 18 %, welche Lastschrift- oder Kreditkartenzahlung bevorzugen. 

Paypal Pay Zahlungsarten
Quelle: PayPal

Zum g√§ngigen Online Payment stie√üen jedoch auch neue Systeme im Zuge neuer Technologien hinzu. Richtig interessant wurde es mit biometrischen Authentifizierungsmethoden. Der Fingerabdrucksensor an Smartphones war dabei der Startschuss f√ľr Passwort-freies Entsperren und authentifizieren. Im gleichen Zuge mit der Entsperrung des Endger√§ts wurde es schnell m√∂glich jedes Passwort auf dem Smartphone mit dem Fingerabdruck zu ersetzen und schlussendlich sogar auch au√üerhalb des App-Stores per Finger zu zahlen. Sp√§testens mit der Face ID, bei der nur eine aktive Frontkamera ben√∂tigt wird, etablierte sich das System vor allem bei jungen Menschen. Markus Eichinger, der Executive Vice President Group Strategy bei Wirecard, geht sogar davon aus, dass bis 2030 das Einkaufen „per L√§cheln“ auch im station√§ren Handel g√§ngig sein k√∂nnte. In China findet das „Smile to Pay“ bereits Anwendung. 

Als neue Art der Interaktion soll es bald vermehrt die Gestensteuerung geben. Dabei wird durch Bewegungen mit der Hand eine Aktion auf dem Endger√§t ausgef√ľhrt. Wie genau dies umgesetzt wird, bleibt vorerst abzuwarten.

Neue Bezahlmethoden von Sparkasse und Apple

Apple Pay biete eine besonders bequeme M√∂glichkeit des Einkaufen On- sowie Offline. Mit Apple Ger√§ten, wie dem iPhone oder der Apple Watch, ist es m√∂glich kontaktlos an der Ladenkasse zu zahlen, ganz ohne Pin oder Karte. Die Sparkasse hat nun in Zusammenarbeit mit Apple Pay eine neue Bezahlmethode hinzugef√ľgt, um das Einkaufserlebnis noch weiter zu vereinfachen. In vielen Gesch√§ften gibt es keine Akzeptanz f√ľr Kreditkarten, welche bis dato bei der Apple Pay Zahlung hinterlegt werden mussten. Die Sparkasse versprach Abhilfe und brachte im September 2020 die Verkn√ľpfung von Apple Pay mit Debit-Konten heraus. Unabh√§ngig von Visa und Mastercard kann somit in fast allen station√§ren Gesch√§ften gezahlt werden. Mit kleinen Einschr√§nkungen m√ľssen die Nutzer jedoch noch bis 2021 rechnen, so die Sparkasse. So soll die Verwendung der Ausweitung im Ausland und beim Onlineshopping erstmal nicht m√∂glich sein. 

Online Zahlungsarten und der Datenschutz 

Mit der neuen Art des Bezahlens entstehen auch neue Herausforderungen f√ľr den Datenschutz. In den letzten 10 Jahren sind bereits viele auf eine voll digitalisierte Zahlungsweise umgestiegen. Ob mit Apple Pay, kontaktlosen EC-Karten oder Face ID. Dabei haben immer weniger Nutzer Bedenken bez√ľglich der Sicherheit ihrer Daten im Netz mit Online Zahlungsarten. In einer Umfrage im Jahr 2018 geben 70 % der Befragten an, keine gro√üe bis keine Angst vor Datendiebstahl oder der missbr√§uchlichen Verwendung ihrer Daten zu haben.

Angst vor Datendiebstahl
Quelle: SCHUFA √ľber Statista

Zu diesem Sicherheitsgef√ľhl tragen neben Unwissenheit vor allen die Anbieter mit Sicherheitsversprechen bei. So funktioniert es beispielsweise nicht einer App ein Foto vorzusetzen, anstatt selbst in die Kamera zu schauen. Dies wird durch das erforderliche Blinzeln gew√§hrleistet. Zudem beh√§lt man die volle Kontrolle √ľber seine Zahlungen √ľber eine Push-Benachrichtigung oder SMS, sobald eine Zahlung get√§tigt wurde oder f√§llig wird. Wenn dies nun einen Kauf betr√§fe, den man nicht selbst get√§tigt hat, kann man die Zahlung ablehnen oder die Bestellung stornieren. Einige H√§ndler binden bereits Auswahlm√∂glichkeiten in ihren Best√§tigungsmails an, welche man bei missbr√§uchlicher Verwendung w√§hlen kann. 

Kryptowährung: Online mit Bitcoin bezahlen

Als der Bitcoin Enthusiasmus 2017 hochkochte, war die neue W√§hrung in aller Munde. Sch√∂pfer Satoshi Nakamoto (ein Pseudonym) wollte ein nie dagewesenes Zahlungsmittel schaffen, welches unabh√§ngig von Staaten, Banken oder zentralen Institutionen ist. Bitcoins basieren auf im Netz erzeugten Daten, welche vielfach auf mehreren Computern repliziert und somit nicht zu f√§lschen sind. Um sie virtuell „herzustellen“ bedarf es einem gro√üen Rechenaufwand. 

Aber warum der Hype? Bitcoin ist eine rein digital existierende W√§hrung mit digitalem Wert, eine sogenannte Kryptow√§hrung. Sie gewinnt durch ihre begrenzte Anzahl an Wert, kann geteilt und √ľber das Internet verschickt werden. Einen realen Geldwert erlangte die W√§hrung durch die starke Nachfrage. Eine solche W√§hrung unterliegt jedoch starken Kursschwankungen. Die Problematik, die sich dadurch ergibt, ist, dass sich der Wert physisch nicht aufbewahren l√§sst. 

Bitcoin

Die digitale W√§hrung hat in den letzten Jahren sicherlich einen Teil des B√∂rsenhandels revolutioniert, doch k√∂nnte es auch m√∂glich sein, online mit Bitcoin zu bezahlen, um somit den Wert seiner Bitcoins in den Handel zu bringen? 

Nachdem der Kurs der W√§hrung Anfang des Jahres 2020 wieder kr√§ftig anzog, k√∂nnte ein Einzug in den Onlinehandel m√∂glich sein. Das Interesse an Bitcoins als Zahlungsmittel in Online-Shops besteht, allerdings mehr aus H√§ndlersicht. Seitens der Konsumenten st√∂√üt man bisweilen auf Zur√ľckhaltung. Das k√∂nnte daran liegen, dass das System hinter den Bitcoins doch recht kompliziert und f√ľr Konsumenten eher schwer zu verstehen ist und nur wenige H√§ndler diese Zahlungsmethode akzeptieren und anbieten. Zudem spricht aktuell der hohe Wert einzelner Bitcoins gegen eine sinnvolle Verwendung im Online-Bereich. Dieser liegt aktuell bei ca. 10.000 ‚ā¨ (Stand: 13. Oktober 2020)! Au√üerdem sind die starken Wertschwankungen f√ľr Shopbetreiber bei der Preisgestaltung schwierig zu kalkulieren. Es w√ľrde tagesaktuelle Preise erfordern, welche entsprechend an dem aktuellen Kurs angebunden sein m√ľssten.

Weiterhin im Trend: Per Lastschrift bezahlen

Bei all der technischen Forcierung bleiben auch alte Bekannte bestehen. Seinen Einkauf per Lastschrift zu bezahlen ist weiterhin eine der beliebtesten Zahlungsmethoden im Netz. Paypal und Kauf auf Rechnung erf√ľllen ebenfalls die meisten Bed√ľrfnisse der Konsumenten. Und auch Amazon Payments verspricht in Zukunft stark zu werden, denn es ist vor allem auf Benutzerfreundlichkeit ausgerichtet, wie auch Paypal. 

FAZIT: Neue Zahlungsmethoden m√ľssen sich vielen Anforderungen stellen

Convenience, also die Bequemlichkeit, wird zunehmend wichtiger beim Online Shopping. Als Digital Natives sind wir nat√ľrlich gespannt, was die Zukunft f√ľr den Bereich E-Commerce bereith√§lt. Es bleibt jedoch auch spannend, wie der station√§re Handel zuk√ľnftig auf fortschreitende Technologie reagieren wird. Bislang hinkte die Digitalisierung im Einzelhandel den vielen M√∂glichkeiten des Zahlens hinterher. Dennoch erfreuen sich Dienste wie Apple Pay steigender Beliebtheit – auch offline. Zudem k√∂nnten besonders in Krisenzeiten politisch neutrale Zahlungsmittel, wie der Bitcoins, interessant werden. Fest steht, dass sich die Art und Weise des Bezahlens rasant und kontinuierlich √§ndert. Dies stellt Unternehmen, Online-H√§ndler sowie auch K√§ufer vor immer neue Herausforderungen.

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